Dienstag, 13. Dezember 2011

Abohürden

Verstehen kann ich es schon, billigen aber nicht: “Meine” Tageszeitung baut ganz merkwürdige Hürden auf, wenn es um eine simple Reisenachsendung geht. Im Netz mit meinen Zugangsdaten für die Aboverwaltung habe ich das nur zufällig geschafft, erst als ich fast schon verzweifelt noch einmal den “weiter”-Button gedrückt habe, obwohl vorher eine Fehlermeldung gegeben worden ist. Die einzelnen Schritte will ich hier nicht beschreiben, aber schon feststellen, dass die Eingabe einer korrekten Nachsendeadresse mindestens vier mal als “falsch” abgelehnt worden ist. Das sie nicht ganz falsch gewesen sein kann, beweist allein schon die Tatsache, dass sie schließlich akzeptiert worden ist. In diesem Moment hatte ich mich schon entschieden, am nächsten Tag telefonisch zu versuchen, mein Abo umzuleiten. Das kann ja auch der Hintergrund dieser Erfahrung sein: Jemand programmiert die Internetzugriffe auf die Aboverwaltung mit der tiefgründigen Idee, es den Abonnenten schwer zu machen, damit sie leibhaftige Menschen anrufen, die so ihre Arbeitsplätze rechtferigen. Das würde ich ja für verständlich halten und nächstes Mal gleich anrufen, wenn ich nicht wüsste, dass es sich vielfach um staatlich subventionierte Billiglohnplätze handelt.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Diskurs über Wirtschaftsdemokratie : „Kein Gegensatz zur Marktwirtschaft“

Wer in der Schule lernt, was Demokratie ist (oder sein soll), wird im Arbeitsleben sehr schnell und etwas irritiert lernen, dass die Schule nicht direkt auf das folgende Leben vorbereitet. Wir leben in einer Art Demokratie, bis zum Firmentor, dann herrscht die Hierarchie. Wer nun meint, dass das so nicht weiter geht, weil es nicht gut geht, und dann noch glaubt, dass Demokratie wirklich geeignet ist, die Würde jedes Menschen als unantastbar auch am Arbeitsplatz zu wahren, der findet die Demokratisierung der Wirtschaft wohl gut. Der glaubt dann auch, dass die entscheidenden Mängel der sonst so effektiven kapitalistischen Wirtschaftsform mit dem demokratischen Fortschritt besiegt werden können. Ich glaube das auch, aber wie soll das gehen?

Mit dem Merksatz „Gleiches Recht für Alle“, der die demokratische Gesellschaft kennzeichnet wie kaum ein anderer Grundsatz, lässt sich die Wirtschaft nur sehr bedingt erfolgreich organisieren. Weiter lesen »

Sonntag, 22. Mai 2011

Gefährliche Post?

Es begann am 5.5.2011 mit einer Mail von Kim Busch an apoettckerdd@t-online.de , also eigentlich nicht an mich. Auf den Text – ungefähr 500 Zeichen Buchstabensalat – sollte ich an Kim Busch <hgvwqzxue@yahoo.com> antworten. Habe ich natürlich nicht. Vier Tage später habe ich die Mail von Elisa Heinrich <mxqdxtsqnsm@yahoo.com> unbeantwortet gelassen, obwohl sie außer dem Buchstabensalat die “info” mitgeteilt hat, dass meine EMail-Adresse in ihrer Datenbank gespeichert ist und ich doch bitte  “den Link zum Löschen” auf ihrer Internetseite finden würde, “hier klicken für mehr Infos”. Habe ich auch nicht. Noch am selben Tag sandte mir ein Julian Schulze Datensalat wieder mit dem Link auf “hier klicken für mehr Infos”. Wieder drei Tage später hat mich ein Alexander Arnold angemailt mit dem Stichwort Private Krankenversicherung 87035 (“hier klicken und vegleichen”), was ich natürlich auch nicht genutzt habe, allein schon weil bei so geringen Kenntnisse der deutschen Sprache kaum zuverlässige Informationen zum Thema zu erwarten sind. Seither melden sich mindestens alle zwei Tage in meinem Postfach Leute, die irgendwas zur privaten Krankenversicherung mitzuteilen haben, die  ich aber weder als Absender noch als Empfänger kenne. Erstaunlicherweise stehen nämlich immer Adressen im Empfangsfeld, die bei t-online.de registriert sind, aber mit meinem Namen nicht die geringste Ähnlichkeit haben. Weiter lesen »

Donnerstag, 18. Februar 2010

Falsche Fragen können nicht zu richtigen Antworten führen

Die Würde der Menschen, die von Armut bedroht sind oder schon in Armut leben müssen, wird weiter ungeniert verletzt. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 9. Februar 2010 zwingt der deutschen Gesellschaft eine Debatte über die soziale Grundsicherung auf, die an einer entscheidenden Stelle weiter verdrängt wird – sowohl von dem Chefsprecher der FDP als auch vom Chefredakteur der ZEIT: Es fehlen Arbeitsplätze, es fehlt nicht an Arbeitsbereitschaft! Weiter lesen »

Mittwoch, 17. Februar 2010

Alle wollen nur das Eine

Märkte üben eine eigentümliche Faszination aus. Nicht nur Wochenmärkte im Stadtviertel, nicht nur Basare in arabischen Altstädten, auch alle anderen Märkte zeichnen sich für den gelegentlichen Besucher dadurch aus, dass sie unübersichtlich sind und offenkundig trotzdem funktionieren. Kein Wunder also, dass Politiker Märkte geradezu bewundern. Außerdem wird das Loblied auf Märkte von sehr vielen Wissenschaftlern gesungen, nicht nur in der Ökonomie. Aber es stimmt was nicht an der Marktwirtschaft, sonst würde sie doch nicht in solche Krisen geraten, die nicht nur die Vermögenden beunruhigen sondern uns alle in existentielle Nöte stürzen können. Weiter lesen »

Andora